SFB 1316 startet in die dritte Förderphase – Fokus auf nachhaltige Plasmatechnologien
SFB 1316 startet in die dritte Förderphase – Fokus auf nachhaltige Plasmatechnologien
Die Forschung gliedert sich in zwei zentrale Projektbereiche:
(A) Transiente Atmosphärendruckplasmen sowie
(B) Grenzflächen zwischen Plasma, Flüssigkeiten und Festkörpern.
Anwendungen liegen insbesondere in der Plasmakatalyse, der Kopplung von Plasma und Elektrolyse sowie in der Biokatalyse.Im Fokus der neuen Förderperiode steht die stärkere Verzahnung von Plasmaforschung mit katalytischen, elektrochemischen und biokatalytischen Prozessen. Ziel ist es, die Wechselwirkungen an den Grenzflächen besser zu verstehen und gezielt für nachhaltige chemische Umwandlungen nutzbar zu machen.
Darüber hinaus sollen erste Prototypen für größere Anlagen entwickelt werden, die erneuerbare Energie effizient in chemische Energieträger überführen. Damit leistet der SFB 1316 einen wichtigen Beitrag zur Energiewende und zur CO₂-Reduktion.
Flankierend werden die Aktivitäten im Bereich Modellierung und Simulation weiter ausgebaut, um die physikalisch-chemischen Grundlagen zu vertiefen und die Übertragbarkeit der Prozesse vom Labor in die industrielle Anwendung zu ermöglichen.
Weitere Informationen: https://sfb1316.rub.de/index.php/de/

Rückblick zur Frühjahrssitzung 2026
Rückblick zur Frühjahrssitzung 2026
Ein zentrales Thema war die Präsentation des Positionspapiers „Plasma- und Oberflächentechnik für die Welt 2040+“ des Kompetenznetzwerks INPLAS. Das Papier zeigt zukünftige Forschungs- und Entwicklungsbedarfe auf, beleuchtet Wege zur erfolgreichen Überführung innovativer Ansätze in die industrielle Praxis und diskutiert potenzielle Auswirkungen auf Produktion, Anwendungen und Nachhaltigkeit.
Darüber hinaus wurde die bevorstehende Ausschreibung des Wettbewerbs „#ZukunftADP 2027“ durch den Anwenderkreis Atmosphärenplasmen angekündigt. Der Wettbewerb wird im Rahmen des 53. Workshops des Arbeitskreises im April 2027 stattfinden. Weitere Informationen hierzu werden in Kürze veröffentlicht.
Die Europäische Forschungsgesellschaft Dünne Schichten (EFDS) berichtete über ihre aktuellen Aktivitäten zum Thema „Rohstoffversorgung der Zukunft“. Eine laufende Branchenumfrage soll die Basis für zukünftige Forschungs- und Entwicklungsprojekte, neue Kooperationen sowie nachhaltige Innovationsstrategien entlang der gesamten Wertschöpfungskette schaffen.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Entwicklung neuer Formate für Aus- und Weiterbildung im Bereich der Plasmatechnologien. Ziel ist es, ein breites Angebot an spezialisierten Formaten zu etablieren, die unterschiedliche Themenschwerpunkte adressieren und gleichzeitig die gemeinsame Nutzung von Plasmatechnologien in den Mittelpunkt stellen.
Mit Blick auf die zukünftige Ausrichtung des Netzwerks wurden erste Impulse für neue Schwerpunktthemen gesetzt. PLASMA GERMANY wird im Herbst 2026 eine überarbeitete Agenda verabschieden und damit die strategische Weiterentwicklung des Netzwerks vorantreiben.
Flankiert wurde die Sitzung durch ein Projekttreffen des IGF-Vorhabens „SAUBER“ am Fraunhofer IFAM zur Entwicklung von Niederdruckplasmaverfahren für schmutzabweisende und reibungsarme Silikonbauteile. Zudem fand die EFDS-Fachausschusssitzung Biomedizintechnik mit Impulsvorträgen und der Diskussion neuer Projektideen statt.
Ein besonderer Dank gilt dem Fraunhofer IFAM für die hervorragende Organisation, die engagierte Unterstützung in der Vorbereitung sowie die spannenden Einblicke im Rahmen der Institutsbesichtigung.

Fraunhofer IFAM entwickelt Niederdruckplasmaverfahren zur Herstellung schmutzabweisender und reibungsarmer Silikonbauteile
Fraunhofer IFAM entwickelt Niederdruckplasmaverfahren zur Herstellung schmutzabweisender und reibungsarmer Silikonbauteile
In diesem Forschungsvorhaben sollen nachhaltige Alternativen für industrielle Anwendung entwickelt werden, mit denen sich reibungsarme und schmutzabweisende Silikone erzeugen lassen. Die gewünschte Oberflächenmodifikation soll dabei einerseits mittels VUV-strahlungsreicher Niederdruckplasmen erzielt werden, über den Ansatz, Strahlungswirkung allein zu nutzen, andererseits über Abscheidung von graduell an das Silikonsubstrat angepassten, plasmapolymeren Schichten. Neben Verfahren für Flachmaterial sollen gezielt Lösungen für dreidimensionale Strukturen (Formteile) erarbeitet werden.
Im Projektverlauf wird nicht nur eine gründliche materialseitige Charakterisierung der veredelten Silikone erfolgen, sondern es werden auch Eignung und Wirtschaftlichkeit der Verfahren insbesondere für mögliche Anwendungen in der Medizintechnik evaluiert werden. Somit können KMU entlang der gesamten Wertschöpfungskette (Silikonhersteller und -verarbeiter, Anwender, Anlagenbauer, Lohnbeschichter) profitieren. Hersteller von Silikonprodukten sollten durch die neue Produktqualität (dauerhaft saubere Oberflächen, geringe Reibung, längere Lebensdauer) ihre Stellung am Markt ausbauen und weitere Anwendungsbereiche (z.B. Automotive) erschließen können. KMU aus den Bereichen Silikonverarbeitung oder Lohnbeschichtung, die bereits über Plasmaanlagen verfügen, werden erstmals in die Lage versetzt, den Aufwand zur Silikonveredelung selbst zu leisten, der derzeit extern in Form einer Gasphasenfluorierung erfolgt.Forschungseinrichtung: Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM
Forschungsvereinigung: Europäische Forschungsgesellschaft Dünne Schichten e. V.
Vorhaben-Nr. 01|F23675N | EFDS-Nr. IGF-23-04
Dieses Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen des Programmes Industrielle Gemeinschaftsforschung IGF durch einen Beschluss des deutschen Bundestages.
Weitere interessante Entwicklungen zu Plasmaverfahren am Fraunhofer IFAM finden Sie hier.
INPLAS veröffentlicht Positionspapier „Plasma- und Oberflächentechnik für die Welt 2040+“
INPLAS veröffentlicht Positionspapier „Plasma- und Oberflächentechnik für die Welt 2040+“
Das Positionspapier beleuchtet, wo Forschungs- und Entwicklungsbedarf besteht, wie die Überführung innovativer Ansätze in die industrielle Praxis gelingen kann, und welche Auswirkungen zukünftige Entwicklungen auf Produktion, Anwendungen und Nachhaltigkeit haben könnten.
Mit diesem Dokument setzt INPLAS ein deutliches Signal für die Bedeutung der Plasma- und Oberflächentechnik als Schlüsseltechnologien der Zukunft. INPLAS möchte das Positionspapier stetig weiterentwickeln und freut sich auf weitere Akteure, die Themen einbringen möchten.
➡️Mehr dazu unter inplas.de
Aktuelle Entwicklungen in der Plasmatechnologie
Aktuelle Entwicklungen in der Plasmatechnologie
PFAS-Zerstörung:
Nichtthermische Plasmen (NTP) können stabile C–F-Bindungen über hydratisierte Elektronen und Radikalpfade aufbrechen. Neueste Studien zeigen erstmals erfolgreiche Behandlungen realer Wässer sowie Tests eines kommerziellen Plasmareaktors (Roxia) im Labormaßstab.
👉 Studie lesenPlasmapyrolyse von Methan:
Rotating-Gliding-Arc-Reaktoren erreichen hohe Wasserstoffausbeuten und erzeugen zugleich festen Kohlenstoff als Nebenprodukt. Aktuelle Reviews (2024/25) beleuchten die Klimabilanz und mögliche Nutzungswege des Kohlenstoffs.
👉 PublikationPlasmakatalyse für Ammoniak:
Neue Arbeiten zeigen deutliche Fortschritte beim Verständnis der Wechselwirkungen zwischen Plasma und Katalysator sowie bei der Definition optimaler Betriebsfenster. In Deutschland laufen dazu parallel Forschungsprojekte zu kosteneffizienten NH₃-Reaktoren.
👉 ÜbersichtPlasmaspritzen und HEA-Beschichtungen:
Untersuchungen zu Hochentropie-Legierungen (HEA) belegen, wie sich durch Anpassung der APS-Prozessparameter die Schichteigenschaften gezielt verbessern lassen. Damit eröffnen sich neue Wege für Hochleistungsbeschichtungen mit maßgeschneiderten Eigenschaften.
👉 StudiePSE2026 öffnet Beitragseinreichung
PSE2026 öffnet Beitragseinreichung
Die aktuellen Konferenzthemen, Specials und Trendthemen sind nun online. Auch der neue Ankündigungsflyer der PSE2026 ist verfügbar. Ab sofort können über die Abstract Submission Konferenzbeiträge noch bis 31. Januar 2026 eingereicht werden. Die PSE Awards 2026 werden ebenfalls wieder vergeben. Insbesondere für den Nachwuchspreis, PSE Early Career Award 2026 können ebenfalls bis 31. Januar 2026 Kandidaten nominiert werden. Die PSE Konferenz mit Industrieausstellung ist eines der größten Highlights für die Plasmaoberflächentechnik im kommenden Jahr.
PSE2026 Termin jetzt einplanen!
20th International Conference on Plasma Surface Engineering
August 31 – September 3, 2026 | Trade Fair Erfurt, Germany
Ausbau von Modellierung, Simulation und Künstlicher Intelligenz am IOM
Ausbau von Modellierung, Simulation und Künstlicher Intelligenz am IOM
Im Zentrum des Ausbaus steht die Entwicklung neuer Modellierungsansätze, vor allem durch die Nutzung von Künstlicher Intelligenz. Diese werden eng mit der vorhandenen experimentellen Spitzenforschung zu Oberflächen verzahnt. Geleitet werden die Aktivitäten zukünftig von einer Professur, die zeitnah mit der Universität Leipzig berufen wird, und in den kommenden vier Jahren ein interdisziplinäres Team aus Theoretikern, Datenwissenschaftler*innen und Softwareentwickler*innen aufbaut.
Weitere Informationen: https://www.iom-leipzig.de/aktuelles/news-details/iom-treibt-digital-surface-engineering-voran-foerderung-fuer-strategische-erweiterung-bewilligt.html

Rudolf Jaeckel-Preis 2025 vergeben
Rudolf Jaeckel-Preis 2025 vergeben
Im Rahmen der International Conference & Exhibition for Thin Films and Surface Treatment V2025 (13. – 16. Oktober 2025 in Dresden) wurde Prof. Holger Kersten für herausragende wissenschaftliche Beiträge zur Plasmaphysik, Plasmadiagnostik und zum Plasma-basierten Schichtwachstum gewürdigt. Prof. Kersten ist seit vielen Jahren in mehreren Verbänden der Plasmatechnologien sehr aktiv. Neben seiner fachlichen Arbeit unterstützt er die Nachwuchswerbung für den Bereich der Plasmatechnologie durch eindrucksvolle Experimentalvorträge und begeistert so auch viele Nicht-Fachexperten für den Fachbereich. Diese Begeisterun ist auch in seinen Vorlesungen und im Institut deutlich zu spüren.
Am 14. Oktober 2025 zeigte Prof. Kersten in seinem Preisträgervortrag “Gas discharge Physics: Examples for basics, diagnostics and applications” erneut die eindrucksvolle Bandbreite seiner Arbeiten auf. Die Ehrung und Laudatio für die Preisverleihung erfolgte durch den Präsidenten der DVG, Prof. Dr. Sven Ulrich.
Herzlichen Glückwunsch zu diesem Verdienst.
Link zum Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Umwelttechnik – Plasma gegen PFAS
Umwelttechnik – Plasma gegen PFAS
Michael Liehr von der W&L Coating Systems GmbH zeigte, wie mit Hilfe von großflächigem Niederdruckplasma kostengünstig Bor dotierte Diamantelektroden hergestellt werden können, die zum Abbau von PFAS eingesetzt werden.
Die vorgestellten Ergebnisse verdeutlichen das Potenzial dieser Technologie – ebenso wie die technischen Herausforderungen und Besonderheiten verschiedener Anwendungen.➡️ Mehr unter W&L Coating Systems
Effiziente Verwertung von CO2 und Bioabfällen
Effiziente Verwertung von CO2 und Bioabfällen
Das IGVP erforscht in dem EU-Projekt EffiTorch den CO2-Mikrowellen-Plasmaprozess bei Atmosphärendruck und die Wechselwirkung mit Bio-Ölen aus Abfallstoffen. Dabei wird die Interaktion der injizierten Öl-Tröpfchen mit dem CO2-Plasma für die vollständige Umsetzung in die gewünschte Produktgaszusammensetzung von ausschlaggebender Bedeutung sein.
PROJEKTFAKTEN:
Laufzeit: Oktober 2024 bis September 2028
Programm: Horizon Europe | HORIZON-CL5-2024-D3-01-10 | HORIZON Forschungs- und Innovationsmaßnahmen
Grant-ID: 101172766
Koordinator: Fundacion Tekniker⇒ Projekt Information EffiTorch [PDF]
⇒ Link zur Webseite des IGVP, Universität Stuttgart




